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Freitag, 20. April 2012

Warum fair trade?

Goldbarren oder Münzen und Gold in Form von Schmuck bestehen aus einem Materialmix: Recyclingmaterial, gewonnen durch Altgoldankäufe von Schmuck oder Zahngold, Industriegold usw., Gold aus kleinen, privat betriebenen Minen (Kleinbergbau), Gold, im industriell betriebenen Bergbau gewonnen (Industrieller Großbergbau). Bedenklich sind die unterschiedlichen Gewinnungsmethoden des Goldbergbaus. Der größte Teil des Goldes kommt aus den Ländern Afrikas und Südamerikas; hier gibt es keine funktionierenden Instanzen, die Menschenrechte und Umweltverträglichkeit im Auge behalten. Im Kleinbergbau, wo Gold durch Quecksilber extrahiert wird, ist wiederum die gesundheitliche Gefährdung der Arbeiter besonders prekär, da giftige Quecksilberdämpfe meist ungeschützt eingeatmet werden müssen. Der industrielle Großbergbau belastet die natürliche Umwelt durch großflächige Zerst örungen. Zurück bleibt eine zyanidangereicherte Ödnis, die - unzureichend gesichert - häufig über Jahrzehnte das Grundwasser und die Flüsse verseucht. Die weltweit agierenden Betreibergesellschaften arbeiten absolut gewinnorientiert und halten sich nur an die nötigsten Standards. Oft werden die Menschen, die auf dem Grund und Boden solcher Goldlagerstätten leben, durch Söldner oder durch die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen vertrieben. Bei dieser Art der Goldgewinnung hat die einheimische Bevölkerung keinerlei Vorteile; die Gewinne bleiben bei den Betreibergesellschaften.

Fällt es wirklich ins Gewicht, wenn ich mich als Einzelner diesem Kreislauf widersetze und das wenige Gold für meinen Bedarf fair trade kaufe? Zum Ersten sind Sie nicht allein, besonders dann nicht, wenn Sie Trauringe kaufen wollen. Zum Zweiten können Sie mit dieser kleinen Geste ein Zeichen für sich selbst setzen. Das ist auch der Sinn eines Trauringes. Geste und Zeichen.

Woher kommt das Fair-Trade-Gold? Das Feingold stammt zu 100% aus der Fairtrade zertifizierten Goldmine Macdesa in Peru. Durch die Fairtrade Prämie von 2.000 USD, welche die Mine zusätzlich zum Weltmarktpreis für ihr Gold erhält, wird es der Gemeinschaft von kleingewerblichen Minenarbeitern ermöglicht, in Gemeinschaftsprojekte wie Schulen und eine gute medizinische Infrastruktur zu investieren und die eigenen Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern. Durch die Fairtrade Zertifizierung wird garantiert, dass beim Goldabbau verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt gewährleistet wird, die Arbeiter entsprechende Schutzkleidung tragen, regelmäßige Sicherheitsschulungen absolvieren und Kinderarbeit absolut ausgeschlossen ist. Eine rundum faire Goldgewinnung eben. Weißgold beinhaltet als farbgebenden Legierungsbestandteil Palladium. Dieses Metall ist bis zu etwa 15% in Weißgoldlegierungen enthalten und wird bisher noch nicht fair gehandelt; auch ist es kaum als Recyclingmaterial erhältlich. Palladium wird zu ca. 50% in Russland unter unklaren Umwelt- und Arbeitsbedingungen gewonnen.

Wie viel teurer ist das Fair-Trade-Gold? Ein Gramm Fair-Trade-Gold ist 20 EUR teurer als herkömmliches Gold. Da Gold nie in reiner Form verarbeitet wird, sondern legiert nur noch zu 58,5% bzw. 75% enthalten ist und die Verarbeitungskosten nicht steigen, beschränken sich die zusätzlichen Kosten auf ca. 100 EUR für einen kräftigen Trauring von ca. 10 g.

Wo kann ich mich unabhängig informieren? Es gibt einige Organisationen, die nicht mit Fair-Trade-Gold handeln, aber dennoch Aufklärungsarbeit leisten und Projekte voranbringen, zum Beispiel: FIAN www.fian.de, Südwind www.suedwind-institut.de oder Fairplanet www.fairplanet.net.


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